Kleiderstube Bovenden
Lederjacken, Babywäsche, Blusen, Jeans, Röcke, Hemden - all das kann man second hand in der Kleiderstube Bovenden kaufen. Das Geschäft gibt es seit 15 Jahren und zieht viele Kunden an: "Die Kleidung ist hochwertig und durch das häufige Waschen schadstoffärmer als fabrikneue Stücke. Viele Familien kommen deshalb aus ökologischen Gründen zu uns, wir haben aber natürlich auch Kunden, die auf das second hand Angebot angewiesen sind", sagt Maria Doelfs, Leiterin der Kleiderstube Bovenden.
Die Kleiderstube ist eine Einrichtung des Diakonischen Werkes und wird nur durch die Arbeit von Ehrenamtlichen betrieben. Drei Teilnehmer an Arbeitsgelegenheiten sind momentan aber ebenso hier tätig. Sie sortieren die Kleidungsstücke, nähen, waschen und bügeln sie, ordnen die Regale im Geschäft ein und beraten Kunden. "Ein bisschen Marketing ist auch dabei: Jeder kann seine Ideen einbringen, wie man die Stücke so platzieren kann, dass der Verkauf angekurbelt wird", so Doelfs.
Christina Klinge ist eine der Teilnehmerinnen. Sie sagt: "Die Arbeit gefällt mir gut hier. Aber das Konzept der Ein-Euro-Jobs finde ich nicht sinnvoll, um wieder einen Arbeitsplatz zu bekommen."
Samira Abbud sieht das anders: Sie ist froh, zum ersten Mal arbeiten zu können und dabei neue Menschen kennenzulernen. "Ich denke schon, dass ich bessere Chancen auf einen Job habe, wenn ich das hier gemacht habe. Vielleicht werde ich eine Ausbildung anfangen - nähen oder schneidern. Das liegt mir." Ihre vier Kinder freuen sich, dass die Mutter eine Tätigkeit gefunden hat. "Sie sagen immer, das sei der Laden ihrer Mutter", lacht Samira Abbud.
Für Maria Doelfs sind Arbeitsgelegenheiten vor allem eine Möglichkeit, um langzeitarbeitslosen Menschen wieder eine Aufgabe zu geben. "Wir haben vier ehemalige Ein-Euro-Jobber, die nach dem Ende der Tätigkeit hier als Ehrenamtliche geblieben sind. Einfach, weil sie etwas tun wollen." Das Klischee der nicht arbeitswilligen Hartz IV-Empfänger hat sie in all den Jahren nicht kennengelernt.
"Für uns ist es wichtig, die Stärken der Teilnehmer zu fördern. Jeder kann etwas besonders gut, das müssen wir rauskitzeln", meint sie. Und oft ergeben sich daraus auch neue berufliche Perspektiven.
Ort der Arbeitsgelegenheit: